Sr. Lea Ackermann / Reiner Engelmann: Solidarität mit Frauen in Not

Mit dieser Buchvorstellung reihe ich mich ein in das Projekt Kinder im Aufwind von der Künstlerin Petra Pawlofsky auf ihrem Blog da sein im Netz.

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Erhältlich bei Fischerbuch.de

Nein, ich lese nicht nur noch Bücher von Reiner Engelmann. Obwohl sie es allesamt verdient haben, viele interessierte Leser zu finden. Aber dieses passt von der Thematik auf den heutigen Tag.

Am 8. März eines jeden Jahres wiederholt sich der Internationale Frauentag. Zu Zeiten der DDR und der Ostblockstaaten wurde dieser Tag jedes Jahr groß gefeiert. Heute werde ich schief angesehen, wenn ich auf den Tag aufmerksam mache.

1910 schlug Clara Zetkin die Einführung eines internationalen Frauentages vor. Ein Jahr später hat man ihn schon am 19. März in Deutschland, Österreich-Ungarn, Dänemark und in der Schweiz gefeiert. Diesen Tag wählte man, weil der 18. März der Gedenktag für die Gefallenen der Märzrevolution war und auch die Pariser Commune begann im März 1871.

Die Arbeiter- und Soldatenfrauen des armen Stadtviertels Wyborg streikten am 8. März 1917 (entspricht dem russischen Kalender des 23. Februar) und lösten damit die Februarrevolution aus. So wurde der 8. März als internationaler Gedenktag eingeführt.

Je nach Quelle werden noch verschiedene Ereignisse zur Erklärung des Datums genannt. Wer neugierig ist, hier steht noch ein wenig mehr zu diesem Feiertag, der heute immer mehr in Vergessenheit gerät.

Doch nun zum heutigen Buch:

Es wurde herausgegeben von der Organisation SOLWODI e.V.

Weltweit leben immer mehr Frauen in Armut. Bedingt durch traditionelles Rollenverständnis verfügen sie über keine oder nur minimale schulische und/oder berufliche Ausbildung und erwirtschaften ein niedrigeres Einkommen als Männer. Häufig tragen sie aber überwiegend allein die Verantwortung für ihre Familien, weil viele Männer auf der Suche nach einer bezahlten Anstellung die Familie verlassen und in die Städte migrieren.

Ihre einzige Chance, der Verelendung zu entgehen und genug Geld zu verdienen, um ihre Familie zu ernähren, sehen viele Frauen in folgenden Auswegen: der Heirat mit einem „reichen“ Ausländer, einer Arbeit im Ausland oder in der Prostitution.

So geraten sie in die Hände von Menschenhändlern, Schleppern oder kriminellen Heiratsvermittlern. Diese Frauen werden dann oft an Bordellbesitzer verkauft und mit brutaler Gewalt zur Prostitution gezwungen, oder sie geraten in die Abhängigkeit von Ehemännern, die sie körperlich und seelisch ausbeuten.

Die Hilfe von SOLWODI richtet sich an betroffene Frauen in den Bereichen Sextourismus, Heiratshandel und Menschenhandel.

Diese Organisation wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Augsburger Friedenspreis 2014. Gefördert wird sie von unterschiedlichen Ministerien, Firmen, anderen Organisationen und privaten Spendern. Prominente Unterstützer sind unter anderen Alice Schwarzer, Heiner Geißler, Steffi Jones und der Liedermacher Georg Ringsgwandl.

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Doris Ahnen schrieb als Ministerin für Bildung, Frauen und Jugend in Rheinland-Pfalz in einem Geleitwort:

Ich empfehle dieses Lesebuch der Aufmerksamkeit von Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern, weil es nicht nur die Schicksale von Menschenhandelsopfern eindringlich beschreibt, sondern auch aufzeigt, mit welcher Kraft Frauen und Kinder mit der entsprechenden Hilfe von Organisationen wie SOLWODI einen Neubeginn zu einem selbstbestimmten und unabhängigen Leben auch im Herkunftsland gestalten können.

Im 1. Artikel, Absatz 1 unseres Grundgesetzes heißt es:

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Für die Abschaffung des Sklavenhandels haben Menschen gekämpft und ihr Leben gelassen. Heute, im angeblich so aufgeklärten Westen, wird moderner Sklavenhandel betrieben, nur, damit Männer ihren sexuellen Neigungen frönen können. Und da wird auch vor Kindern nicht halt gemacht.

Und wir alle wissen darüber Bescheid. Niemand kann sagen, er hätte nichts gewusst. Ganz im Gegenteil, wir scheinen uns daran zu gewöhnen.

Dieses Buch soll uns informieren und uns motivieren, darüber nachzudenken und uns zum Handeln anzuregen. Es darf nicht reichen, zu sagen: „Ach, wie schrecklich!“

Zum Abschluss möchte ich noch einige Zeilen von Petra Kirschstein aufführen:

Überall auf der Welt

Gefesselt…
mit den unsichtbaren Bändern der Verantwortung
für Kinder und Familie.

Gefangen…
im Labyrinth der Pflichten und gesellschaftlichen Normen.

Umzingelt…
von Menschen, die ihre Macht missbrauchen,
nur auf ihren Vorteil bedacht.

Ungehört…
ihr stiller Schrei nach Freiheit.

Ungesehen…
die Spuren der Wut und der Tränen in ihrem Gesicht.

Unbeachtet…
ihr verzweifelter Kampf um Gleichheit und Gerechtigkeit.

Belächelt…
die Versuche, ihren eigenen Weg zu gehen.

Nicht ernst genommen…
die gelebte Solidarität mit Leidensgenossinnen.

Unterschätzt…
die Kraft einer Frau.

Folgende Beiträge wurden schon veröffentlicht:

Macht doch auch mit !

Herzlichen Dank!

Eigene Beiträge

Ausgegrenzt und Ausgebeutet in Zusammenarbeit mit Amnesty Intenational

Punkte

Schlaglicht – Zur Lebenssituation von Kindern hier und anderswo

Petra Pawlofsky

Kinder im Aufwind (Einführung)

Liebevolle Wegbegleiter

Von Zeitdruck, Hektik und Ruhe

Kinderrechte

Die Widerstandskraft stärken 1

Die Widerstandskraft stärken/Strengthening resilience 2*

Generationenreigen/ Round Dance of Generations*

Malen, Singen, Rhythmus: unbedingt!*

Die Kraft in der Ruhe/ Strength in calm 1

Die Kraft in der Ruhe/Strength in calm 2

Geborgen? In security?*

Geborgen?/In security ?2Die Kraft in der Ruhe/Strength in calm 2

Gemeinsam stark

Und wie sag ich’s nun meinem Kind?*

Wie die Angst vergeht / How fear disappears*

Sylvia Kling

Kinder erfahren und Eltern sprechen

Schlüsselerlebnis

Unverbraucht

Ballade für Marie

Random Randomsen

Die Kinderwelt ist Klang

Pity the child

Liebeserklärung

Eternity in progress

Lebensläufe

Tomine &Tyler

Ulrike Sokul

Henriettes Heim für schüchterne und ängstliche Katzen

Titus und der verwunschene Wald

Mitzi Irsaj Kinder im Aufwind – ein Projekt von Petra Pawlofsky und ein kleiner Beitrag von mir

vro jongliert Kinder sind keine Prüfung

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3 Kommentare zu „Sr. Lea Ackermann / Reiner Engelmann: Solidarität mit Frauen in Not

  1. Liebe Anne-Marit, dass heute Tag der Frau ist, ist mir auch bewusst. Wie passend, wenn du da dieses Buch vorstellst! Und da es sich hier auch um Mädchen im Kindesalter handeln kann, Kinder eh auch von diesen Problemem betroffen sind, ist auch diese Buchempfehlung eine wichtige, lesenswerte und betroffen machende Information und Aufforderung zum Engagement! Ich danke dir, dass du sie wieder dem Projekt “ Kindern im Aufwind “ widmest! Ganz herzlichen Dank!! 😊Das ist ja nun schon dein 4. Beitrag!!! 💐 Ich werde allerdings nicht mehr alle einzelne Beiträge damit verlinken. Das wird einfach langsam zu viel. Stattdessen wird inzwischen unter den Listen darauf hingewiesen, dass neue Beiträge in der Fundgrube zu finden sind und dass die neuesten ganz oben genannt werden. Das werde ich sogleich mal tun. Vielleicht kannst du ja den fundgrubigen Satz auch hier noch unter die Liste setzen? lg Petra

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