Michail Bulgakow: Meister und Margarita

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Erhältlich bei Fischerbuch.de

Meine zehnte Buchbesprechung auf diesem Blog. Und diese  über ein Buch, welches ich zu einem meiner vielen Lieblingsbücher erkoren habe. Viele sagen zu diesem Roman „Schlüsselroman“ oder er wird irgendwie anders philosophisch erklärt und manche meinen, ohne dieses Buch nicht gelesen zu haben, könne man nicht mehr weiter leben. Ich sage dazu: Man kann auch weiter leben, ohne diesen Roman gelesen zu haben. Aber eben ärmer. Viel ärmer!

Der Teufel persönlich stürzt Moskau in ein Chaos aus Hypnose, Spuk und Zerstörung …

Bulgakows Hauptwerk ist, in der Tradition von Goethes „Faust“, Dostojewskis „Die Brüder Karamasow“ und Thomas Manns „Doktor Faustus“, schon lange ein Klassiker der Moderne geworden.

Meister und Margarita von Michail Bulgakow gehört zu den Meisterwerken der russischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Dieser geniale Roman vereint ein fantastisches und skurriles Abenteuer, eine Menge Action, beißende Satire, eine romantische Liebesgeschichte und philosophische Aspekte.

In seinem Roman vereint Bulgakow mehrere Geschichten in einer Erzählung. Es fängt damit an, dass im Moskau der dreißiger Jahre der Satan und sein Gefolge auftauchen. Getarnt als Professor der Schwarzen Magie namens Voland stellt der Teufel die Hauptstadt Russlands auf den Kopf, indem er einen Tod voraussagt, Leute verschwinden lässt, eine Massenhypnose veranstaltet und andere unglaubliche Dinge geschehen lässt. Eigentlich ist er aber nach Moskau gekommen, um eine Königin für seinen großen Ball zu finden, die Margarita heißen soll.

Der Meister hat einen Roman über Pontius Pilatus verfasst. Doch nachdem sein Lebenswerk als konterrevolutionär für den Druck abgelehnt wurde, erlitt er einen heftigen Nervenzusammenbruch und wurde in ein Irrenhaus eingesperrt.

Die Geschichte von Pontius Pilatus, dem Prokurator von Judäa, und Jeschua Ha-Norzi (Jesus von Nazareth) wird parallel zum eigentlichen Geschehen erzählt und entführt den Leser in die Welt des alten Jerusalems.

Bulgakows Meister und Margarita ist auch ein autobiographischer Roman. Wie der Meister kämpfte der Autor gegen die stalinistische Zensur und verbrannte die erste Fassung des Romans. Das Werk wurde erst 1966, also 26 Jahre nach Bulgakows Tod, veröffentlicht.

Auch die unheimliche Wohnung Nr. 50 in der Sadowaja Straße, die der Satan mit seinem Gefolge bezogen hat, existiert tatsächlich. Als Prototyp diente die Wohnung Nr. 50 in der Bolschaja Sadowaja Straße 10, in der Bulgakow von 1921 bis 1924 wohnte.

Meister und Margarita ist in Russland längst zum Kultroman geworden. Jeder, der sich für Russische Literatur interessiert, sollte diesen Roman gelesen haben. Übrigens teile ich meine Begeisterung für diesen Roman auch mit dem russischen Opernstar Anna Netrebko. Es soll wohl ihr Lieblingsbuch sein.

Hans-Georg Fischer, 06618 Naumburg

Fischers Bücherstube Freyburg (Unstrut), www.fischerbuch.de

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7 Kommentare zu „Michail Bulgakow: Meister und Margarita

  1. Egal ob Puschkin, Tolstoi, Dostojewski oder Solschenizyn, mit all diesen Autoren kam ich zurecht. Aber Bulgakows „Meister und Margarita“ fand ich irgendwie schwer zugänglich. Man könnte auch sagen: Es hat mich verwirrt. 😉

    Der letzte Versuch, dieses Buch zu lesen, liegt allerdings schon gefühlte 15 Jahre zurück, vielleicht sollte ich dem guten Bulgakow doch nochmal eine Chance geben… 😉

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    1. Bitte gehen Sie total unverkrampft an dieses Buch ran. Ich habe es selber schon fünf- oder sechsmal gelesen und habe immer wieder Neues entdeckt. Es kommt immer darauf an, aus welcher Richtung man den Roman liest. Auf jeden Fall sollte man nicht so viel hineindeuten und sich nicht von Worten bzw. Aussagen wie „Schlüsselroman“ oder „Muss man gelesen haben“ oder „Dann können Sie mitreden“ verunsichern lassen. Liebe Grüße Hans-Georg Fischer

      Gefällt 2 Personen

      1. Ich werde es versuchen. Soweit ich mich erinnern kann, kam ich damals irgendwann an diesen „Was-will-mir-der-Autor-damit-sagen“-Punkt, und ich konnte diese Frage bis zum Ende der Lektüre für mich nicht zufriedenstellend beantworten.

        Aber, wer weiß, vielleicht sieht es jetzt – mit einigen Jahren Abstand – anders aus. Bei Christa Wolf und Wagner-Opern hat der Abstand zwar immer noch nicht geholfen, aber ja vielleicht bei Bulgakow. 🙂

        Gefällt 2 Personen

    1. Keine Scheu vor großen Namen und keine Angst vor Aussagen wie „Es soll schwierig sein“ oder so. Selber lesen macht klug. 🙂 Ich kann es wirklich nur empfehlen. Lassen Sie sich auf das Buch ein und vermeiden Sie es, alles und jedes zu hinterfragen oder Dinge hinein zu interpretieren, die Bulgakow vielleicht anders gemeint haben könnte. Ich habe jetzt eine Übersetzung gelesen, die angepriesen wurde, in der könne man eindeutig nachweisen, dass mit dieser Person Stalin gemeint ist und mit jener, dass sie Lenin darstellt. Mir persönlich ist das alles überhöht. Einfach lesen und genießen. Mit buchhändlerischen Grüßen Hans-Georg Fischer

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