Sylvia Kling: BruchStücke Band I und II

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Vor einiger Zeit bin ich durch Zufall auf die Dichterin Sylvia Kling gestoßen. Das war bei Facebook. Und was sich daraus entwickelt hat: Ich habe ihre Gedichte kennengelernt, schätze sie als Person, die politisch interessiert ist, eine Humanistin ist, sich „Gegen das Vergessen“ einsetzt und mir eine digitale Freundin geworden ist.

Ihren Gedichtband AusGeatmet und etwas Biografisches habe ich hier schon mal vorgestellt.

Nun also habe ich ihre Bruchstücke gelesen. Und bin wieder ganz begeistert. Und wenn ich, die ich seit Jahrzehnten nichts mit Gedichten am Hut hatte, das sage, will das schon was heißen.

Es wird wahrscheinlich nicht mehr dazu kommen, dass ich jedes Gedicht eines Dichters verstehe. Aber bei Sylvia Kling finde ich so viele schöne Zeilen, wo ich denke: Ja, genauso ist es. Sie schreibt mir aus dem Herzen.

Und es sind auch in diesen Bänden wieder so viele Themen abgedeckt, dass für jeden Leser etwas dabei sein kann: Heimat, Politik, das Menschliche, Älterwerden, Liebe, manches klingt ganz persönlich.

Sylvia Kling gibt denen eine Stimme, die nicht selbst sprechen, sich nicht wehren können: Kinder, Kranke, Alte.
„Opferprofil“, hier geht es um Kindesmissbrauch, geht dabei besonders unter die Haut. Oder auch „NachbarsJunge“, in dem sie über einen Jungen schreibt, der sich nicht nur Freunde wünscht, sondern auch die Liebe seiner Mutter.

Ein besonderes Gedicht darf ich wieder zitieren. Danke dafür, liebe Sylvia. Aus einem ganz persönlichen Grund liegen mir diese Zeilen besonders am Herzen:

An meinen Sohn

Erbe

Ich hinterlasse Dir
nur wenig Geld,
eine windschiefe Hütte
vor einem einsamen Feld

Ich hinterlasse Dir
keine teuren Gefährte,
doch bin ich mir sicher,
eher zeitlose Werte

Ich hinterlasse Dir
meinen Blick auf die Linde
ich schnitze heimlich
ein Herz in die Rinde

Ich hinterlasse Dir
meine Gedanken
die sich taumelnd erhoben
und niedersanken

Ich hinterlasse Dir
mein tiefes Sinnen
auf die Sicht dieser Welt.
Mögest du an ihr gewinnen.

Zum Schluss möchte ich Sylvia Kling noch für die schönen Signaturen in ihren Gedichtbänden danken. Ich habe mich sehr über Deine Worte gefreut, Sylvia.

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7 Kommentare zu „Sylvia Kling: BruchStücke Band I und II

  1. Anne, nun bin ich so sehr berührt, dass ich innehalten möchte. Ganz ehrlich? Tränchen kullern … – sehr selten bei mir. Nicht, weil ich gefühllos sei (wer könnte das denken?), sondern weil ich noch nie viel geweint habe. Ich weine mit Worten.

    DANKE, meine liebe Anne, für diese, mich voll erfassenden und zärtlich, liebevoll umschlingenden Worte!

    Herzliche Umarmungen,

    Sylvia

    Gefällt 3 Personen

      1. DANKE – nicht weinen – oder doch? Manchmal ist es durchaus reinigend (ich würde ja auch gern öfters weinen, doch es gelingt mir nicht häufig) :-).

        In der ersten Januarwoche kommt schon „AufBruch“ auf den Markt. Es wird wieder eine Erweiterung meiner Arbeit sein, denn einige Balladen finden sich darin. Hach, ich bin ja selbst immer gespannt! 🙂

        Gefällt 2 Personen

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