Bianca Schlosser: Warten auf Lohengrin – Ein Leben zwischen Ötlingen und Dresden

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Wie schön ist es, dass es noch Menschen wie Bianca Schlosser gibt: Die den Mut haben, ihre Familiengeschichten aufzuschreiben. In Erinnerungen zu wühlen, die zum großen Teil auch schmerzhaft sind. Bianca Schlosser, Jahrgang 1952, schreibt hier, mithilfe der Erinnerungen ihrer Mutter, die Geschichte ihrer Großmutter Elsa.

1914. Es ist Krieg. Doch der ist weit weg. In Ötlingen merkt man davon nichts. Hier geht alles seinen gewohnten Gang. Elsa, die uns hier ihre Geschichte erzählt, ist gerade 16 geworden. Sie erzählt von dem Leben in ihrem Dorf. Den Tagen voller Arbeit, aber auch der Zeit, die sie mit anderen Mädchen verbringen kann.
Ab und zu geht sie mit der Mutter in die nächste Kleinstadt, ein paar Dinge verkaufen. Dann drückt sie sich die Nase am Schaufenster eines Kaufhauses platt, in dem man fertige Kleider kaufen kann. Oder sie staunt über Automobile, die sie in ihrem Dorf nicht zu sehen bekommt.
Aber Ötlingen hat einen kleinen Bahnhof. Und Elsa muss endlich wissen, wie so eine Eisenbahn von innen aussieht. Als sie ihrer Neugierde folgt, wird das ein kleines Abenteuer, denn der Zug fährt plötzlich los und sie wird vom Schaffner erwischt.

An eben diesem Bahnhof holt der Krieg Elsa dann kurze Zeit später ein. Ihr Fritz, mit dem sie sich gerade erst einig geworden war, wird eingezogen. Und er geht mit Begeisterung; gegen die Franzosen. Wenn sie die besiegt haben, wird alles besser; zu Weihnachten ist er wieder da.

Doch es kommt alles anders, als es sich Elsa in ihren schönsten Träumen ausgemalt hat.

„Das darf nie mehr geschen“ hat man schon nach dem Ersten Weltkrieg gesagt.

Durch Elsas Erzählung erfahren wir, wie sich schleichend der Zweite Weltkrieg anbahnt. Und am Ende kann es nur heißen

NIE wieder Krieg.

Hier die Autorin selbst zu ihrem Buch:
http://biancaschlosser.blogspot.de/search?q=lohengrin

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5 Kommentare zu „Bianca Schlosser: Warten auf Lohengrin – Ein Leben zwischen Ötlingen und Dresden

    1. Da hast Du absolut recht, Ina. Und ich denke, dass wird auch nie anders werden. Solange es den Menschen gibt, wird es immer Kriege geben. Von daher fällt es mir schwer, überhaupt noch dagegenzulesen und zu schreiben. Während wir nämlich „Gegen das Vergessen“, das sich ja zumeist auf den Holocaust bezieht, lesen und schreiben, brennt die Welt.

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  1. Meine Mutter las dieses Buch kürzlich im Krankenhaus und war sehr berührt. Erinnerungen kamen in ihr hoch und nun wird sie mir ihre Erinnerungen mitteilen – nach und nach. Auch sie bricht Schweigen.

    Danke für diesen Beitrag, denn ich mag das Buch und die Autorin sehr.

    Herzlichst,

    Sylvia

    Gefällt 1 Person

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