Markus Walther: Buchland

Herrn Plana bleibt nichts anderes übrig, als Bea zu Hause zu besuchen. Dort erfährt er von ihrem traurigen Schicksal. Sie und ihr Mann Ingo haben ihr Baby verloren; plötzlicher Kindstot. Beide fingen sie an zu trinken, sodass Ingo seine Arbeit verlor. Bea bekam noch rechtzeitig die Kurve und floh vor dem realen Leben in das Leben der Bücher. Sie machte sich mit einem Buchladen selbstständig. Aber es funktionierte nicht. So kam sie zu Herrn Plana. Ingo hat es leider nicht geschafft. Er beginnt seinen Morgen schon mit Bier; ihm macht es auch nichts aus, im zerschlissenen Morgenmantel zum Kiosk zu laufen, wenn keines mehr im Haus ist.

Der Besuch Planas bei Bea bewirkte, dass sie am nächsten Tag wieder bei der Arbeit erschien. Und er hatte ein Geschenk für sie:

„Handgeschöpftes Papier von Hand gebunden. Zusammengefasst in einer Kladde, schwärmte ich. „Zum Schreiben ist es eigentlich nicht geeignet. Aber es trägt die Seele von sehr vielen Büchern in sich. Altpapier, Sie verstehen?…

Plana möchte in seinem Laden einen Autoren lesen lassen, der anscheinend noch kein Buch veröffentlicht hat. Dazu will er seinen Freund Wolfgang einladen. Ein Schöngeist. Der der Meinung ist, alle Rezensenten gehören totgeschlagen.
Und tatsächich zerpflückt Herr Wolfgang den Selfpublisher in der Luft.
Nachdem nun auch sicher ist, dass es sich bei besagtem Herrn Wolfgang um Goethe handelt, fordert Bea nun kategorisch eine Erklärung von Plana. Der erzählt ihr nun, was es mit Buchland auf sich hat.
Um die Neugier auf das Buch in euch zu wecken, überspringe ich auch diese Szene. Ich kann euch aber sagen: Buchland zu erkunden, ist gar nicht so leicht. Es scheint riesig zu sein. Auch bei diesem Rundgang habe ich wieder nur einen kleinen Teil kennengelernt.

Vom Genre her gehört das Buch in den Bereich der Fantasy. Doch viele Gedanken von Plana stammen aus dem Hier und Jetzt:

Gerade in der heutigen Zeit brauchte es wirklich neue Ideen. Die Literatur versumpfte seit Jahren im eigenen Dreck. Auf der einen Seite stand der Kommerz, der nur sein Zielpublikum bediente, das er selbst geschaffen hatte. Auf der anderen Seite warteten die Roes und andere Stümper, die durch die neuen Medien in der Lage waren, ohne Sinn und Verstand alles auf den Markt zu werfen, was ihnen aus den Fingern floss. Manche waren sogar bereit, dafür zu bezahlen.

Das Antiquariat lief gut wie lange nicht mehr. Bea lebte immer weiter auf. Buchhändlerin war für sie nicht nur Beruf, sondern Berufung. Das sah Plana. Als sie wieder mal mit einer Bestellliste in den Keller musste, um die Bücher zu holen, wollte Plana sie begleiten. Just in dem Moment fiel aus dem Regal ein Buch vor seine Füße. „Der Sieger bleibt allein“ von Coelho, las er. Die Bücher übernahmen das Zepter. Mit einem mulmigen Gefühl ließ er Bea alleine gehen…

Eigentlich möchte ich gar nicht mehr viel erzählen, da das Buch nur 239 Seiten hat. Es geht weiterhin um Bücher und ums Lesen und einen guten Teil nimmt auch das Schreiben ein. Ich teile vollauf Herrn Planas Einstellung, dass ein Buch, bevor es auf den Markt kommt, mindestens ein Lektorat durchlaufen haben sollte. Überhaupt seine Gedanken um die heutige Medienwelt finde ich sehr interessant. Wer jetzt noch in den Vordergrund der Geschichte rückt, ist Beatrices Mann Ingo. Der kommt mir nicht ganz geheuer vor. Aber darüber berichte ich jetzt nicht. Da müsst ihr selber nachlesen. Wer nun nur auf Fantasy steht, dem wird es wahrscheinlich nicht so gefallen. Es ist zwar Fantasy enthalten, aber es hält sich alles in Grenzen. Wer aber Bücher liebt und gerne über das Thema liest, dem gebe ich eine Kauf- bzw. Leseempfehlung.

Übrigens: Beatrice – Rückkehr ins Buchland gibt es auch schon. Und laut Markus Walther wird es noch einen dritten Teil geben.

 

 

 

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7 Kommentare zu „Markus Walther: Buchland

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