Helene Hanff

Helene Hanff wurde am 15. April 1916 (1917?) in Philadelphia, Pennsylvania geboren. Ihr Vater, der als Musical-Komponist gescheitert war, verkaufte Oberhemden. Ihr Englischstudium, das sie 1935 begann musste sie schon ein Jahr später wieder abbrechen und sich eine Arbeit suchen, da die Eltern es nicht mehr finanzieren konnten. Sie arbeitete als Schreibkraft und gewann im selben Jahr ein ein Studien-Stipendium der Theatre Guild in New York. Ab 1948 war sie als Lektorin für die Paramount-Picture-Filmstudios tätig. Für die Zusammenfassung einer Novelle oder eines Drehbuchs erhielt sie 6 Dollar.
1949, sie lebte in der 14 East 95th St. in New York City, entdeckt sie in der Zeitschrift „Saturday Review of Literature“ eine Anzeige von Marks & Co. in der 84, Charing Cross Road in London. Ein Antiquariat. Was sie an antik denken lässt und für teuer hält. Sie schreibt einen Brief nach London, mit einer Bücher-Wunschliste.
Und so entsteht ein Briefwechsel, der gut 20 Jahre hielt.
Dieser Briefwechsel fing geschäftlich an, weil Helene Hanff in ihrer Gegend nicht die Bücher bekommen konnte, nach denen ihr der Sinn stand. Mit der Zeit wurde er aber privater. Sie verschickte an die Buchhandlung Lebensmittelpakete, da die in London nach dem Krieg knapp waren. Und so entspann sich auch zwischen den anderen Mitarbeitern und ihr ein schriftlicher Austausch.
Helene Hanffs größter Wunsch war es, einmal London zu besuchen. Doch erst 1971 sollte es ihr möglich sein, eine Lesereise zu machen. Da lebte Frank Doel schon nicht mehr (er starb 1969) und der Buchladen war geschlossen.
Bis 1960 schrieb Helene Hanff Drehbücher, so für die Fernsehserie „The Adventures of Ellery Queen“, für verschiedene Fernsehproduktionen sowie für das Matinee Theatre. In der Folge schrieb sie auch für Zeitungen und Magazine, u. a. für Harper’s Bazaar und den New Yorker.
1970 erschien ihr Briefwechsel mit Frank Doel als Buch, in Deutschland kam dieses kleine Juwel leider erst 2004 heraus.

Am 9. April 1997 starb Helene Hanff in New York.

Werke 
84, Charing Cross Road. Eine Freundschaft in Briefen („84, Charing Cross Road“). Goldmann, München 2004
Die Herzogin der Bloomsbury Street. Eine Amerikanerin in London („The Duchess of Bloomsbury Street“). Goldmann, München 2005
Briefe aus New York („Letter from New York“). Hoffmann und Campe, Hamburg 2004

Verfilmung 
84, Charing Cross Road – Zwischen den Zeilen

Helene Hanffs letzte Ruhestätte
 (C) U. Scheller, Zwickau

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3 Kommentare zu „Helene Hanff

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